Geschichte der Hexen 1500 - 1549
1527
Selbst der berühmte Arzt Paracelsus gestand Jahrhunderte später: "Alles Wissen, das ich über die Medizin und die Wirkung der Heilkräuter habe, weiß ich von den Hexen und weisen Frauen."
1525
Drei Hexen. Von Hans Baldung
1521
Jahrhundertelang hatten die Frauen in der Geburtshilfe ihre Ruhe gehabt. Männer hielten es für unter ihrer Würde, in diesem Fach selbst Hand anzulegen. Väter durften während einer Entbindung allenfalls dafür sorgen, dass genug Wasser bereitstand, und Chirurgen wurden erst gerufen, wenn eine Gebärende in den Wehen gestorben war. Als sich 1521 ein Doktor Veites in Hamburg als Bademutter verkleidete und Frauen in Kindsnöten zur Hilfe eilte, wurde er kurzerhand verbrannt.
1500
Die Hexe. Albrecht Dürer
1500
Zahlreiche Hexenprozesse, die überwiegend Frauen zum Opfer hatten. Die Prozesse entwickelten sich zunehmend zu Inquisitionstribunalen; statt Anklage wurde Denunziation betrieben.
Die Reformation übernimmt die Hexenverfolgung (auch Martin Luther war eine Befürworter von Hexenprozessen); weltliche Gelehrte versuchten den Hexenglauben wissenschaftlich zu beweisen. Die Denunziation unbequemer Personen wird als Mittel der Konfliklösung eingesetzt.
Warum Frauen als Hexen verfolgt wurden, hat viele Ursachen. Eine davon war der Vorwurf nicht reproduktiver Erotik: Sie würden ihre „Weibermacht“ zu erotischen Exzessen nützen, um männliche Vernunft zum Wahnsinn zu verführen. Hexenbilder von Künstlern wie Albrecht Altdorfer, Albrecht Dürer und Hans Baldung Grien zeigen die gefährliche Magie weiblicher Körper.
In dieser Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit wird die gefährliche Macht der Hexen neu definiert. In den Illustrationen zu einschlägigen Traktaten oder auf Tafelmalereien erscheinen jetzt immer öfter Aktdarstellungen schöner, verführerischer, wohl sogar „kriminell erotischer“ Hexen. Diese Bilder haben wohl auch dazu beigetragen, dass es in der frühen Neuzeit zu Verfolgungen und Prozessen kam.